„Wie man die häufigsten Entzugs-Begleiterscheinungen
verringern kann“
Bei vielen Leuten sackt am Anfang des Entzugs der Blutzuckerspiegel
rapide ab. Die am weitesten verbreiteten Nebenwirkungen, welche während
der ersten drei Tage empfunden werden, können oft auf Blutzucker-Probleme
zurückgeführt werden. Mit dem Abfallen des Blutzuckerspiegels treten
Symptome auf wie Kopfschmerzen, die Unfähigkeit sich zu konzentrieren,
Schwindelgefühle, eine verschobene Zeitwahrnehmung und die schon
sprichwörtliche Lust auf Süßes. Die Symptome eines zu niedrigen
Blutzuckerwertes sind ähnlich wie die eines akuten Sauerstoffmangels, wie
man ihn beispielsweise in großer Höhe erleben kann. Durch die
unzureichende Zucker- und/oder Sauerstoffzufuhr wird das Gehirn nicht
genügend versorgt. Wenn Sie viel von dem einem haben, aber nicht genug
von dem anderen, kann Ihr Gehirn nicht optimal funktionieren. Wenn Sie mit
dem Rauchen aufhören, ist der Sauerstoffgehalt oft besser, als er es viele
Jahre lang war, aber mit einer unzureichenden Zuckerzufuhr kann er ihr
Gehirn nicht richtig zum Arbeiten bringen.
Es ist nicht so, dass Zigaretten Zucker in Ihren Blutkreislauf bringen; es
handelt sich eher um einen stimulierenden Effekt der Droge Nikotin auf Ihren
Blutzuckerspiegel. Zigaretten bewirken durch eine Drogen-Wechselwirkung,
dass der Körper seine eigenen Zucker- und Fettreserven ausschüttet.
Deswegen konnten sie als Appetitzügler agieren, weil sie das
Sättigungszentrum Ihres Hypothalamus beeinflussten. In Bezug auf den
Blutzuckerspiegel arbeitet Nikotin viel wirksamer als jegliche Lebensmittel.
Wenn Sie durch Nahrungsaufnahme Ihren Blutzuckerspiegel erhöhen wollen,
so dauert es tatsächlich 20 Minuten – ab dem Zeitpunkt des Kauens und
Schluckens bis zur Abgabe ins Blut und damit ins Gehirn – um den
beabsichtigten Effekt der Versorgung des Gehirns zu bewirken. Durch die
Wechselwirkung der Droge bewirken Zigaretten, dass der Körper seine
eigenen Zuckerreserven frei gibt, aber nicht innerhalb von 20 Minuten,
sondern innerhalb von Sekunden. In gewisser Hinsicht musste Ihr Körper über
Jahre hinweg nie selbst Zucker freisetzen, Sie haben dass für ihn getan,
indem Sie den Drogeneffekt von Nikotin genutzt haben!
Deshalb stopfen sich so viele Leute nach dem
Aufhören mit Essen voll.
Sie fühlen das Absinken des Blutzuckerspiegels und greifen instinktiv nach
etwas Süßem. Nachdem sie gegessen haben, fühlen sie aber immer noch die
Symptome. Das ist klar, denn es dauert zwar nur ein oder zwei Minuten,
etwas zu essen; der Blutzuckerspiegel wird aber erst nach 18 Minuten in die
Höhe getrieben. Da sie sich nicht sofort besser fühlen, essen sie noch ein
bisschen mehr. Sie machen immer weiter und essen immer mehr, Minute für
Minute, bis sie schließlich anfangen sich besser zu fühlen. Noch einmal:
Wenn sie darauf warten, dass nach dem ersten Schlucken der
Blutzuckerspiegel steigt, sprechen wir von 20 Minuten. Innerhalb von 20
Minuten kann der Mensch eine Menge essen! Sie fangen jedoch an zu
glauben, dass sie diese Menge benötigen, damit es ihnen besser geht. Dieser
Vorgang wird dann mehrmals am Tag wiederholt, dadurch wird eine große
Menge Kalorien verzehrt, und die Gefahr, an Gewicht zuzulegen, steigt
beträchtlich.
